22.02.2006 - Vogelgrippe Rügen
Seit Anfang Februar werden auf Rügenverendete Wasservögel eingesammelt. Der Tod dieser Tiere ist nichtsUngewöhnliches, denn von jährlich mehreren 100.000 Vögeln, die auf denGewässern der Insel rasten, bleiben aufgrund von Futtermangel, Kälteund Stress immer einige Exemplare auf der Strecke. Dass sich tote Vögelunter den Opfern finden, die den Grippe-Virus H5N1 tragen, ist dabeidie einzige Unregelmäßigkeit. Doch gegen die enorme Masse anWasservögeln, die derzeit weiterhin auf Rügen verweilt, nehmen sichdiese wenigen Opfer verschwindend gering aus. Daher besteht keinerleiGefahr für den Menschen. Entlang der mehr als 580 Kilometerlangen Küstenlinie wurden inzwischen viele verendete Wasservögeleingesammelt. Bei weniger als 20 Prozent der aufgefundenen toten Vögelwurde das Virus nachgewiesen. Nur sehr wenige der infizierten Tieresind dann auch tatsächlich an der Vogelgrippe gestorben. Die Maßnahmen,die inzwischen ergriffen wurden, dienen ausschließlich dazu, dasÜbergreifen der Tierseuche auf die Geflügelbestände zu verhindern. DieTatsache, dass auf Rügen am Sonntag der Katastrophenalarm ausgelöstwurde, ist kein Spiegelbild einer schlimmen Lage. Vielmehr dient dieseKlassifizierung einzig und allein dem Zweck, Landes- und Bundeskräftezu mobilisieren. Die um die Fundorte eingerichtetenSperr- und Schutzzonen haben zum Ziel, jeglichen Geflügelhandel und-transport zu unterbinden. Die Regionen dürfen auch weiterhin betretenwerden. Lediglich die direkten Fundstellen sind abgesperrt und dieWittower Fähre hat vorübergehend ihren öffentlichen Betrieb eingestellt. Eine Ansteckungsgefahr für denMenschen besteht nicht, solange man nicht mit toten Vögeln in Kontaktkommt. Wer berührt im wirklichen Leben – auch ohne Vogelgrippe – schontote Tiere? Laut Aussage des Robert-Koch-Instituts besteht für Menschenauch dann keine Gefahr, wenn tote Vögel nicht sofort eingesammeltwerden können oder nicht entdeckt werden. Das Virus überträgt sichweder über das Wasser noch über die Luft. Menschen sind also nicht direkt bedroht,wenn die Verhaltensregeln eingehalten werden. Das Gesundheitsrisiko istminimal. Daher besteht auch keine Gefahr für einen Urlaub auf der InselRügen. Die über die Medien laufenden Bilder suggerieren einenGefährdungszustand, der auf Rügen nicht gegeben ist. Man sollte sichkeinesfalls von Fernseh- und Zeitungsbildern täuschen lassen. Hierwerden spektakuläre Aufnahmen gesucht und leider auch gefunden …
Informationen zur Vogelgrippe
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